Die beste Nachhaltigkeit? Bestandsimmobilien neu nutzen

Die nachhaltigste Immobilie ist oft jene, die bereits steht. Gerade deshalb lohnt sich neben Sanierung und Energieeffizienz eine weitere Frage: Nutzen wir unsere bestehenden Gebäude eigentlich noch richtig?
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Die beste Nachhaltigkeit? Bestandsimmobilien neu nutzen
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Arbeitswelten, Handelskonzepte und Standortanforderungen verändern sich. Büroflächen verlieren an manchen Standorten an Nachfrage, ehemalige Industrieareale werden frei und manche Gebäude passen nicht mehr zu jener Nutzung, für die sie ursprünglich errichtet wurden. Das heißt aber noch lange nicht, dass diese Immobilien am Ende ihres Lebenszyklus angekommen sind.

Warum Umnutzung so viel Potenzial hat

Jeder Neubau benötigt große Mengen an Materialien und Energie. Beton, Stahl, Glas und Dämmstoffe müssen hergestellt, transportiert und verbaut werden. Ein bestehendes Gebäude enthält diese Materialien bereits. Wird die Tragstruktur weitergenutzt, können neue Baustoffe und damit verbundene Emissionen eingespart werden. Die Europäische Umweltagentur nennt Sanierung, längere Gebäudenutzungen und Kreislaufwirtschaft deshalb als wichtige Hebel für eine nachhaltigere Bauwirtschaft.

Nicht jedes Gebäude braucht für immer dieselbe Funktion

Aus Industriegebäuden können Büros, Bildungs- oder Veranstaltungsflächen werden. Handelsflächen können neue gewerbliche oder soziale Nutzungen aufnehmen. Verwaltungsgebäude, Hotels oder andere Spezialimmobilien lassen sich ebenfalls neu denken. Auch die Umwandlung von Büroflächen in Wohnraum wird derzeit intensiv diskutiert. Welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen, haben wir im Artikel „Vom Bürohaus zum Wohnhaus – wann Umnutzungen wirklich funktionieren“ ausführlicher behandelt.

Der Grundgedanke bleibt derselbe: Bevor ein Gebäude abgerissen wird, sollte geprüft werden, ob seine vorhandene Struktur weiterhin sinnvoll genutzt werden kann.

Flexibilität wird zum Immobilienwert

Für Eigentümer und Projektentwickler gewinnt damit auch die Anpassungsfähigkeit von Gebäuden an Bedeutung. Flexible Grundrisse, ausreichende Raumhöhen, zugängliche Installationen und anpassbare Haustechnik können dazu beitragen, dass eine Immobilie auch bei veränderten Marktbedingungen weiter genutzt werden kann.

Niemand weiß heute exakt, welche Flächen in 30 oder 50 Jahren besonders gefragt sein werden. Ein Gebäude, das sich verändern kann, hat deshalb einen klaren Vorteil. Das gilt natürlich umso mehr für Neubauten: Umnutzung sollte künftig bereits bei der Planung mitgedacht werden. Denn Nachhaltigkeit bedeutet eben nicht nur, ein Gebäude heute möglichst effizient zu errichten. Entscheidend ist auch, wie lange und wie flexibel es genutzt werden kann. Bevor über Abriss und Neubau entschieden wird, lohnt sich deshalb eine Potenzialanalyse des Bestands. Manchmal beginnt nachhaltiges Bauen nicht mit einem neuen Gebäude, sondern mit einer besseren Nutzung des bestehenden.