Gerade die jüngste Umfrage von GRESB und der Immobilienmesse MIPIM zeigt, dass es weniger um ein Ende der Nachhaltigkeit geht – vielmehr verschiebt sich der Fokus weg von der reinen ESG-Rhetorik hin zu konkreten Ergebnissen und greifbaren Maßnahmen.
Die Umfrage unter rund 180 Führungskräften aus der Immobilienbranche macht klar: Nachhaltigkeit bleibt ein zentrales strategisches Thema. Rund zwei Drittel der Befragten sehen Nachhaltigkeit weiterhin als Kern ihrer Geschäftsstrategie, und fast die Hälfte plant, ihre Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit 2026 auszubauen.
Gleichzeitig passt fast ein Drittel der Unternehmen ihre Kommunikation an – und 14 % vermeiden inzwischen sogar bewusst den Begriff „ESG“, obwohl sie weiterhin nachhaltige Ziele verfolgen.
Was bedeutet das? ESG, also die klassischen Environmental, Social und Governance-Kriterien, verliert als Buzzword ein Stück seiner Anziehungskraft. Viele Marktteilnehmer kritisieren, dass der Begriff zu stark politisiert oder zu bürokratisch geworden ist – und wollen stattdessen auf greifbare Leistungskennzahlen und messbare Ergebnisse setzen. Doch das gemeinsame Ziel bleibt unverändert: eine wirkungsvolle, zukunftsfähige und klimaresiliente Immobilienstrategie.
Die Umfrage zeigt, dass hinter der „ESG-Diskussion“ substantielle Treiber stehen, die weit über reine Wortwahl hinausgehen:
Diese Ergebnisse zeigen, dass Nachhaltigkeit längst nicht mehr eine nette Add-on-Strategie ist, sondern ein zentraler Bestandteil von Risikomanagement, Wettbewerbsfähigkeit und Kapitalzugang. Die Trennung zwischen „ESG als Begriff“ und „Nachhaltigkeit als Praxis“ mag in der Kommunikation sichtbar werden – am Markt selbst ändert sich jedoch wenig am Fundament: Nachhaltigkeit bleibt relevant.
Ein Grund für die vermeintliche Entkopplung von ESG-Begriff und nachhaltigem Handeln liegt in der Praktikabilität und Umsetzungsorientierung. Viele Unternehmen und Investoren sind heute weniger an theoretischen ESG-Scores interessiert als an konkreten, nachvollziehbaren und ergebnisorientierten Maßnahmen – etwa zur Dekarbonisierung von Gebäuden, zur Anpassung an physische Klimarisiken oder zu Energieeffizienzmaßnahmen.
Dieser Trend wird auch durch externe Beobachtungen unterstützt, laut denen Nachhaltigkeits- und ESG-Praktiken zunehmend ohne das Label „ESG“ weiterverfolgt werden und sich stattdessen stärker an operationellen Zielen orientieren.